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„Konsum und Luxus ganz ohne Schuldgefühle!“
Vor einigen Jahren gründete Sophie Young ihr eigenes Öko-Label. Nach dem Motto „Grün ist sexy“ entwirft und produziert sie seitdem Strümpfe und Unterwäsche aus den Fasern der Seidenkiefer. Sie lebt und arbeitet nach dem bekannten 3-R-Prinzip: Sie reduziert (den Konsum: ihre Kleidungsstücke sollen lange halten), sie recycelt (die Fasern der verwendeten Seidenkiefern) und regeneriert (nach Möglichkeit einfach alles).
Auch in ihrem ersten Leben als Architektin war sie schon sehr sensibel für Umweltthemen, aber auf die Idee, diese Einstellung konsequent auf ihr eigenes Leben anzuwenden, kam sie erst, als sie ihr erstes Kind bekam. mehr ...
Da ihr kleiner Sohn extrem unter Allergien litt, war sie auf einmal gezwungen, die Qualität der Nahrungsmittel und das Lebensumfeld einer genauen Prüfung zu unterziehen. Das ist nun rund 10 Jahre her und inzwischen ist aus Sophie ein „Öko“ im besten Sinne des Wortes geworden. Aus ihrem Umweltbewusstsein schöpft sie ständig neue Energie und neue Ideen: Sie kompostiert selbst, kommt ohne Badewanne aus, sammelt Regenwasser und isst nur Obst und Gemüse der Saison. Ihre Sexy Green Dessous verschickt sie in Kartons, die sie im nahe gelegenen Industriegebiet sammelt und wieder in Form bringt. Bei aller Liebe zum Planeten Erde war sie aber irgendwann doch mit ihrem Latein am Ende: “Ich war an einem Punkt angelangt, an dem mir klar wurde, dass ich trotz aller Bemühungen, das Beste für die Umwelt zu tun, doch auf irgendeine Weise eine wenn auch noch so kleine Bedrohung für sie war und mich deshalb schuldig fühlte, wenn ich eine größere Strecke zurücklegen musste oder etwas kaufen wollte. Und warum? Weil wir als Verbraucher stets die Schuld des umweltschädigenden Konsums mit uns herumtragen. Doch Schuldgefühle lösen das Problem nicht – Aufklärung ist die Lösung. Der Verbraucher muss endlich erkennen, dass nicht er allein für alle Umweltsünden verantwortlich ist!“
Das wirklich Paradoxe ist, dass der Einzelne, der sich jedes Vollbad versagt, sein Auto für kurze Strecken stehen lässt und sein Altpapier getrennt entsorgt, eigentlich nichts bewirken kann. Solange all diese Bemühungen nicht in allen Ländern auf höchster, also auf nationaler Ebene stattfinden, solange sich beispielsweise die Industrie das Recycling nicht ganz groß auf die Fahnen schreibt, sind all diese Einzelaktionen nichts weiter als ein Tropfen auf den heißen Stein.
„Mittlerweile ist es fünf vor zwölf. Anstatt immer nur um den heißen Brei herumzureden, müssen wir endlich handeln. Und anstatt uns jahrzehntelang einreden zu lassen, wir müssten unseren Planeten retten, sollten wir endlich begreifen, dass es vielmehr darum geht, unsere eigene Haut zu retten. Die Erde wird sehr wahrscheinlich noch sehr lange existieren, wenn auch nur noch von Einzellern bevölkert, die gut ohne Sauerstoff auskommen. Sollte uns das nicht endlich wach rütteln?“
Fakt bleibt, dass „wir“ auf dieser Erde nicht länger überleben können, wenn nicht jeder Einzelne jeden Tag umweltbewusst lebt und diesen Lebensstil konsequent weitergibt - ihn künftigen Generationen praktisch in die Wiege legt.
Für diese Überzeugung engagiert sich Sophie Young inzwischen auch auf kommunaler Ebene, nicht im engen politischen Sinne, sondern als aktive Bürgerin – und ihr Beispiel macht Schule.
„Was wir jetzt anstreben müssen, ist allerdings mehr als nur wirtschaftliches Umdenken, denn nur globales Umdenken bis in die kleinsten Bereiche unseres Lebens kann uns retten“, ist Sophie überzeugt.
